Die Frau stand im Regen, die Haare an den Wangen klebend, das Baby an ihre Brust gekuschelt. Ihre Kleidung war durchnässt und abgenutzt. Ihre Stimme zitterte, als sie sprach.
“Bitte, ich brauche kein Geld. Nur Essen. Wenn du mich dein Haus putzen lässt, werde ich dafür arbeiten. Nur… einen Teller mit Essen. Für mich und meine Tochter.”
Julians Welt wurde auf den Kopf gestellt.
Emily?« flüsterte er.
Ihre Augen weiten sich. “Julian?”
Drei Jahre vergingen wie im Flug.
Das letzte Mal, dass er Emily Hart sah, war, als sie barfuß in seinem Garten saß, in einem roten Kleid herumwirbelte und lächelte, als gehöre ihnen die ganze Welt. Dann verschwand sie. Kein Abschied. Keine Erklärung. Sie ist einfach verschwunden.
Und jetzt – sie war schwach, müde, hatte ein Kind.
Julians Blick fiel auf das Mädchen. Blonde Locken. Blaue Augen. Augen, die denen seiner Mutter ähnelten.
“Ist sie… Meine?« flüsterte er.
Emily wandte den Blick ab und schwieg.
Er zog weg. “Komm schon.”
Wärme überkam sie, als sie durch den Marmorsaal gingen. Regen tropfte von Emilys Ärmeln auf den polierten Boden. Julian deutete auf den Koch, der es eilig hatte, das Essen zuzubereiten.
Emily war überrascht. “Haben Sie noch Personal?”
Julian biss den Kiefer zusammen. “Natürlich. Ich habe alles. Alles, nur nicht die Antworten.”
Das Mädchen griff nach einer Schüssel Erdbeeren und ihre leise, schüchterne Stimme sagte:
“Mach Gas.”
Julian schnürte sich die Kehle zu. “Wie heißt sie?”
Emily flüsterte: “Lila.”
Dieser Name traf ihn wie ein Messer. Lila – der Name, von dem sie einst für ihre Tochter träumten, als ihre Liebe unzerstörbar schien.
Julian setzte sich auf einen Stuhl und starrte die Frau an, die ihn fast zehn Jahre lang nachts verfolgt hatte.
“Fang an zu reden”, sagte er mit stählerner Stimme. “Warum bist du gegangen?”
Emily umarmte Lila fest und zitterte. “Ich habe in der gleichen Woche, in der Ihr Unternehmen an die Börse ging, herausgefunden, dass ich schwanger bin. Du bist in der Arbeit ertrunken. Ich wollte dich nicht belasten.”
“Es war meine Entscheidung”, antwortete Julian.
»Ich weiß«, brach ihre Stimme. “Aber dann… Ich wurde krank. Krebs. Die zweite Stufe. Sie wussten nicht, ob ich überleben würde.”
