Nie. Du hast mich wieder zum Leben erweckt. Drei Monate später
traf ein Brief ein.
Evan ging es gut. Er lebte bei seiner Tante. Seine Noten wurden besser. Daniel hatte Insolvenz angemeldet und gegen ihn wurde ermittelt.
“Ich denke manchmal an dich”, schrieb Evan.
“Ich hoffe, es geht dir gut. Ich hoffe, du bist glücklich.”
Sorgfältig faltete ich seinen Brief zusammen und legte ihn in eine kleine Holzkiste neben den zerrissenen Ehevertrag und den Hochzeitsplan, der nie verwirklicht wurde.
Denn nicht alle Helden tragen Umhänge.
Einige tragen zu kleine Anzüge, tragen zu schwere Umschläge und betreten die Hochzeitssuite mit nichts als der Wahrheit.
Und Gott sei Dank passiert genau das.
Daniel hatte eine zarte Textur, wie ein Leuchtfeuer für jemanden, der es gewohnt ist, Stürme zu überstehen. Er erinnerte sich an den Zimt in meinem Milchkaffee. Er fragte, ob ich es sicher und gesund nach Hause geschafft hätte. Er ließ mich nie seine Wärme verdienen.
Nach Jahren des Zusammenseins mit Männern, für die die Liebe eine Probezeit war, fühlte sich Daniel sicher. Als hätte er sich niedergelassen.
Nach drei Verabredungen erzählte er mir bei einer Pasta: “Ich habe einen Sohn, Evan, er ist dreizehn. Seine Mutter verließ ihn, als er acht Jahre alt war. Seitdem sind wir Single.”
»Ich würde ihn gern treffen«, sagte ich.
Ein Funkeln erschien in seinen Augen. “Wirklich? Die meisten Frauen haben Angst.”
“Ich werde mich nicht vorstellen”, scherzte ich. “Es sei denn, du gibst mir einen Grund.”
