Elizabeth stand regungslos da und starrte in das Grau

–Genau. Wir brauchen Luft.

Sie gingen gemeinsam auf dem Bürgersteig spazieren, vorbei an Geschäften, Kiosken und Menschen, die zur Arbeit eilten. Sie hielten sich an den Händen. Zum ersten Mal seit langer Zeit war es so einfach – sie waren zusammen, ruhig.

Isabella, die Lehrerin, stand vor der Schule. Beim Anblick von Elizabeth wurde ihr Gesicht weich.

“Guten Morgen”, sagte sie leise. “Wenn du etwas brauchst…” Ich bin hier.

Elizabeth nickte, und ihre Kehle presste sich vor Dankbarkeit zusammen.

Nach dem Schulabschluss ging Elizabeth in die Innenstadt. Sie betrat eine kleine, elegante Anwaltskanzlei mit dem Schild: “Alexandra Mullers Philanthropin für Familienrecht”. Sie wartete einen Augenblick, bevor sie eingeladen wurde.

Mein Name ist Elizabeth Schmidt. Ich habe einen Sohn. Wir haben zu lange in Angst gelebt. Ich muss etwas tun, bevor es zu spät ist.

Frau Rechtsanwalt hörte aufmerksam zu und schrieb die Einzelheiten auf, ohne sie zu beurteilen. Schließlich sagte sie:

Wir werden einen Antrag auf Erlass einer Bestellung stellen. Wir werden das Recht auf Fürsorge einräumen. Ich werde Sie auch an einen Psychologen verweisen.

Elżbieta hatte das Gefühl, dass sie endlich nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für ihren Sohn übernahm. Sie war nicht mehr Opfer – sie wurde zur Verteidigerin.

An diesem Abend legte Mark die Blöcke auf den Boden, und Elizabeth kochte das Abendessen. Das Telefon klingelte. Eine Nachricht von Sofia, ihrer Freundin:

“Ich habe dich gestern gesehen. Wenn du Hilfe brauchst, bin ich hier.”

Elizabeth antwortete:

“Danke. Können wir uns morgen treffen?”

Es war ein kleiner Schritt, aber in Richtung Frieden, in Richtung Beziehungen, in Richtung Unterstützung.

Die Tür zur Wohnung öffnete sich abrupt. Thomas trat ein und warf seinen Mantel auf den Stuhl. Sein Blick war intensiv, aber nicht aggressiv.

“Elizabeth…” Gestartet.

Sie stand mit einer Tasse Tee in der Hand im Wohnzimmer. Sie sah ihm direkt in die Augen.

“Wir müssen reden”, sagte er.

–Zustimmen. Aber dieses Mal bin ich diejenige, die spricht.

Angehalten.

Ich will keine Entschuldigung. Ich will Frieden. Für mich und Marek. Ich brauche Grenzen. Und ich möchte, dass du um Hilfe bittest.

“Hilf mir?” Wer?

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