Ethan drehte sich zu ihnen um. »Nein. Ich verspreche ihr, dass es ihr gut gehen wird. Ich werde nicht zulassen, dass ihr etwas passiert.”
Ein paar Minuten später trafen Sanitäter ein und brachten Amy ins Krankenhaus. Ethan bestand darauf, bei den Zwillingen zu bleiben und hielt ihre winzigen Hände, während der Krankenwagen durch die Nacht raste.
Im Walker Memorial Hospital, das er einst selbst finanziert hatte, wurde Amy sofort auf die Intensivstation eingeliefert. Ethan bezahlte für alles, ohne Fragen zu stellen.
Die Zwillinge kauerten stundenlang im Wartezimmer, in Decken gekuschelt, halb schlafend, halb wach. Ethan wachte über sie, während ein Sturm in seinem Kopf tobte.
Wer war diese Frau? Und warum wirkte sie seltsam… vertraut?
Eine Woche später
Amy öffnete langsam die Augen und befand sich in einem luxuriösen Krankenhauszimmer, in dem das Sonnenlicht durch die hohen Fenster fiel. Das Letzte, woran sie sich erinnerte, waren unerträgliche Schmerzen – und das Flüstern ihrer Söhne, als wollten sie sich verabschieden.
Jetzt sind die Schmerzen weg.
Sie setzte sich und holte Atem.
Leo und Liam stürmten in den Raum, gefolgt von einem großen Mann in einem eleganten Anzug, Ethan.
“Du bist wach”, sagte er und sein Gesicht leuchtete auf. “Gott sei Dank.”
Amy blinzelte. “Du…? Was machst du hier?”
“Du hättest fragen sollen”, antwortete er und setzte sich neben sie. “Eure Kinder wollten ihr einziges Spielzeug verkaufen, um eure Medizin zu kaufen. Ich habe es vor meinem Laden gefunden.”
Amy hob die Hand an den Mund. “Nein…”
“Sie haben dich gerettet, Amy.”
Sie schüttelte den Kopf, überwältigt von Rührung. “Wie kann ich es dir jemals heimzahlen?”
“Das ist nicht nötig”, sagte Ethan. Und dann, nach einem Moment der Stille: “Aber… Ich habe eine Frage.”
Er zog ein Foto aus seiner Manteltasche. Er war alt und verblasst. Es zeigte Amy, wie sie den jungen Ethan in ihren Armen hielt. Aus ihrer College-Zeit. Von der Zeit, als er alles für Geschäfte und Reichtum aufgegeben hatte – und sie verlassen hatte.
“Ich habe es all die Jahre aufbewahrt”, sagte Ethan leise. “Du hast mir nie gesagt, dass du Kinder hast.”
“Ich wollte dein Leben nicht ruinieren”, sagte sie leise. “Du bist gegangen. Ich dachte, du hättest dich schon darum gekümmert.”
